#49 Alles zur Behandlung von chronischem Juckreiz, Interview mit Dr. Eva Loos, Teil 2
Shownotes
In dieser Folge findet Ihr den zweiten Teil des Interviews mit Dr. Eva Loos (psychologische Psychotherapeutin am Universitätsspital Basel) zum Thema chronischer Juckreiz. Wir sprechen über Bewältigungsversuche, Behandlungsmöglichkeiten und darüber, wie es gelingen kann, ein wenig mehr Frieden mit seiner Haut zu schließen - auch wenn das manchmal alles andere als leicht ist.
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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen im Podcast BFAB Care, alles rund um Skin Picking, Trichotillomanie und Co.
00:00:20: In dieser Folge findet ihr jetzt den zweiten Teil des Interviews mit der psychologischen Psychotherapeutin Eva Loos die in einer interdisziplinären Sprechstunde zum Thema Grundscher Juckreiz im Universitätsspital Basel arbeitet.
00:00:33: Und genau weil das der zweite Teil des interviews ist nicht wundern wir springen direkt rein ohne Begrüßung.
00:00:39: Wenn ihr den ersten Teil noch nicht kennt, hört da gerne vorher noch mal rein.
00:00:42: Ansonsten ist es auch einfach viel Spaß mit der Folge und gute Erkenntnisse!
00:00:52: Du hattest von so einem kleinen bisschen erzählt was Patienten alles machen oder Patientinnen alles machen um irgendwie mit diesem Juckreiz umzugehen?
00:01:01: Da würde ich gern nochmal ein bisschen drauf eingehen.
00:01:04: gerade wenn die schon eine Leidensgeschichte hinter sich haben gibt es wahrscheinlich viele Bewältigungsversuche, die mal mehr und mal weniger hilfreich sind.
00:01:12: Und vielleicht kannst du uns ja so ein kleines bisschen einen Einblick geben mit welchen Bewältigen versuchen Betroffene auch zu euch kommen?
00:01:22: Also was die auch alles schon selbst probiert
00:01:24: haben
00:01:25: wie dieser Leidensweg aussieht bis sie bei euch landen.
00:01:31: Die meisten Patienten, die ich frag, was hamst ihr denn schon ... Was hilft?
00:01:37: Das haben sie ausprobiert, die meisten sagen ja eigentlich nur Kratzen.
00:01:41: Also das also gerade beim Juckreiz ist einfach wirklich das Kratz-Bewältigungsstrategie Nummer eins je nachdem natürlich auch wie stark der Juck reiz ist.
00:01:51: Also wir versuchen Juck Reiz kann man oft nicht so richtig objekt... tief messen.
00:01:56: Deswegen haben wir bei uns in der Joghreit-Sprechstunde einfach so eine Skala von null bis zehn, wo wir die Betroffenen dann einschätzen lassen.
00:02:06: Wo sind sie denn da mit ihrem Jogheil?
00:02:07: So im Mittel und in den Pieckphasen also auf einer Skala für null bis Zehn Nulles gar kein Joggeleitz.
00:02:14: Ein Zehn ist der schlimmste Joggreiz, den man sich vorstellen kann.
00:02:20: Ja, versuchen die Betroffenen sich da ein bisschen einzuordnen.
00:02:23: Und wenn der Jogger hat es natürlich sehr stark ist ... Also wirklich was weiß ich?
00:02:29: Sieben, acht, neun.
00:02:30: Manche sagen auch zehn von zehn.
00:02:32: Dann sind das meistens wirklich die, die sagen, es tut mir leid!
00:02:35: Ich muss es zugeben, ich kratze
00:02:37: einfach.".
00:02:38: Die, die aussagen ja... Das Kratzen führt halt dazu, dass meine Haut blutig ist und mein weißes Hemd, was ich in die Arbeit trage dann möglicherweise mitten am Tag blutige Flecken hatte.
00:02:49: Sie versuchen sich natürlich irgendwie anders zu behelfen, indem sie zum Teil die Arme oder die Beine mir nachdem was betroffen ist.
00:02:59: Weil das möglich ist einfach so einbinden und sich davor schon zu schützen, dass sie da nicht direkt auf der Haut kratzen.
00:03:08: Und andere tragen eine lange Kleidung auch im Sommer weil sie sagen ja ... Zum einen sieht meine Haut wild aus, die ist komplett zerkratzt.
00:03:18: Das will ich keinem antun, den Anblick oder sie schämen sich einfach und sagen Sie tragen deswegen Lainkreitung.
00:03:23: Aber eben auch weil dann einfach so eine Schicht dazwischen ist zwischen den Fingernägeln und der Haut.
00:03:30: Ja und Fingernegel ist noch so ein Stichwort.
00:03:33: wir empfehlen das immer aber Großteil versucht es auch die Fingernegel halt zu kurz wie möglich zu schneiden dass man einfach gar nicht so diese kleinen Waffen hat mit denen man die Haut verletzen kann.
00:03:45: ja betroffene Auch.
00:03:47: häufig ist es so, dass der Juckreiz beim Schwitzen zunimmt.
00:03:54: Das heißt viele Betroffene gehen eher in eine Vermeidung, also vermeiden bestimmte Aktivitäten.
00:04:03: Dass sie zum Beispiel nicht mehr ins Sauna gehen oder nicht mehr in warme Länder in Urlaub fahren sondern lieber nach Skandinavien oder wo's kalt ist ... oder im Sommer gar nicht so viel rausgehen.
00:04:15: Oder Sport auch vermeiden, weil sie sagen ja zum einen schwitzt sich beim Sport und dann juckt's mehr.
00:04:22: oder die Sportkleidung, die ich hab, die reibt dann und dann... ...juckts dann wieder.
00:04:29: Viele nutzen eben dieses kalte Duschen.
00:04:32: Dass Sie dann wirklich sagen, als ich stehe, wenn ich es nicht aushalt, dann stelle ich mich unter die Dusche und dusche mich einfach eiskalt ab.
00:04:41: Ja, Kremen ist schon auch nicht bei allen.
00:04:43: Aber bei einigen hilft das Kremen zumindest auch kurzzeitig so eine Linderung zu verschaffen.
00:04:49: und da ist es oft schon noch so dass wir Geschlechtsunterschiede sehen also dass die Frauen da tendenziell weniger Probleme haben sich einzukremen oder den ganzen Körper einzukriemen als Die Männer.
00:05:02: die haben da immer noch so ein bisschen Die finden das nicht so toll.
00:05:06: Auch dieses Gefühl auf der Haut, wenn es dann so klebrig ist oder fettig ... Ja, die sagen oft ja nachdem wie stark's mit dem Joghreiz ist, lieber juckts ein bisschen als dass ich diese eklige Creme auf der Haut habe.
00:05:18: Ja auch spannend, wir sprechen hier eigentlich die ganze Zeit über sensorische Erlebnisse also über einen Gefühl auf den Haut irgendwas was sich da irgendwie so anfühlt.
00:05:29: und spannend Ist das da der Joghreiz dann in so einem... Also wenn die Jogheiz wahrscheinlich nicht ganz so stark ist, trotzdem noch angenehmer ist als dieses klebrig fettige Gefühl von der Creme auf der Haut.
00:05:43: Auch spannend mit wieder vielleicht unterschiedliche sensorische Bedürfnisse und Veranlagungen.
00:05:48: was auch immer noch mit reinspielen?
00:05:50: Oder wie stark der Leidensdruck natürlich ist ne?
00:05:52: Joghetz dann sehr starkes und die Creme hilft, dann wird oft auch eingegremt.
00:05:57: aber ich finde man darf halt auch vergessen die Therapien, die verschrieben werden.
00:06:02: Die ganzen Cremes ist wichtig aber es ist einfach auch sehr zeitaufwendig.
00:06:08: also da gibt's dann ... wenn er geduscht hat wird mit einer rückfettenden Creme eingecremet noch morgens und abends dann möglicherweise noch mit Cortisonen, wenn der Haut entzündet ist, dann vielleicht noch irgendwie im Gesicht eine andere Creme als am restlichen Körper.
00:06:26: Und das braucht einfach auch echt viel Zeit, diese Körperpflege.
00:06:30: Das muss man auch den Patienten diese Therapien umsetzen und wirklich immer anerkennend zurückmelden, dass es schon einfach echt auch im Aufwand ist.
00:06:40: Ja ... einfach viel Zeit vom Alltag auch in Anspruch nimmt, dass die Leute früher aufstehen müssen.
00:06:46: Weil sie sagen ja, am Duschen muss ich mich eingreben, aber dann ist meine Haut so fettig, dass sich erst mal nicht die Seidenbluse anziehen kann.
00:06:53: Ich musste noch eine halbe Stunde warten bis ich bis ich meine Kleidung anlegen kann oder vielleicht noch länger.
00:07:00: Ja, das macht natürlich was mit der Alltagsbewältigung, Alltagesgestaltung und ich dachte auch gerade irgendwie... Ich hatte gerade noch den Satz im Kopf nicht alles passt für jeden also meines trifft natürlich sowieso immer zu aber auch was ja das dachte ich gerade eben auch einfach nur mal mit diesen sensorischen Präferenzen Was für einen geht und was nicht, auch an Behandlungsoptionen.
00:07:31: Das sehen wir in der Anunzerprechstunde, dass es so wichtig ist auf die Bedürfnisse einzugehen.
00:07:40: Am Ende hat weder die Handlerinnen noch die Betroffenen etwas davon, wenn Therapien verschrieben werden ... nicht umgesetzt werden, weil sie entweder zu kompliziert sind vom Therapieschema her oder eben manche sagen die fettige Creme das fühlt sich gut.
00:08:00: Dann habe ich wirklich das Gefühl so die Haut wird total genährt und die würden dann eher eine Fettcreme verwenden.
00:08:06: und andere sagen, mir ist die andere Creme lieber, die eher so einfach dünnflüssiger ist.
00:08:12: Wo jetzt vielleicht jemand, der eine Präferenz für eine Fettkreme hat, sagt ja, da habe ich das Gefühl, da passiert gar nichts auf der
00:08:17: Haut.".
00:08:17: Und der Andere sagt aber, dass es das was ich dann anwenden würde.
00:08:21: Und dann schaut man natürlich gemeinsam welche Cremes oder welche Optionen sind vorstellbar für die Personen?
00:08:29: Weil wir ja natürlich alle das Ziel haben, dass die Therapie auch entsprechend umgesetzt wird.
00:08:35: Patienten einfach die Therapie vorzusetzen und sagen, das machen sie jetzt führt halt häufiger auch zu Widerstand.
00:08:42: Und dann...
00:08:44: Mir ist gerade noch mal ein Satz eingefallen, der mir irgendwo in einer systemischen Ausbildung begegnet.
00:08:49: Ich weiß nicht mehr ganz so genau wo aber es ist der Fisch muss dem... Der Wurm muss den Fisch schmecken und nicht im Angler.
00:08:55: Also das ist einfach eben viel wichtiger als was für die Patientinnen passend ist
00:08:59: und richtig
00:09:01: nicht was die Tarepoitinnen meinen, was denn passend wäre.
00:09:06: Genau bei diesem, was du gerade gesagt hast, dieses exzessive Einkremen, das da auch notwendig ist oder diese sehr starke Beschäftigung damit, dachte ich eben auch grade... Das bedeutet natürlich auch einfach dass man sich sehr viel mit der Haut beschäftigen muss.
00:09:23: also man muss dem Ganzen ja auch einfach viel Platz einräumen den sich der Joghreit sonst irgendwie so automatisch nimmt.
00:09:32: Aber da braucht es eben auch noch mal eine große Beschäftigung mit der Haut.
00:09:36: Und das haben wir ja vorhin schon gehabt.
00:09:37: diese Beschäftigungen, diese Aufmerksamkeit ist dann vielleicht gar nicht mal so hilfreich.
00:09:43: Dann wäre es ja eine Beschäftigkeit die irgendwie sowas gut empfehlen soll.
00:09:46: aber... ...aber es ist wieder ein Schritt dem Thema der Haut viel Raum zu geben wenn man jetzt eine Stunde mit einem Creme und warten bis die Creme eingezogen ist morgens verbringen muss.
00:09:59: Und ich glaube, da ist es auch ganz wichtig eine gesunde Einstellung dazu zu entwickeln.
00:10:09: Zu Haut aber auch zur Therapie und die Haut eben nicht als fein zu betrachten oder die Hauterkrankungen oder den Juckreiz als feins zu betichten weil das letztendlich... Gerade ich als Verhaltenstherapeutin beschäftige mich natürlich dann auch in der Arbeit mit den Juckreiz-Patienten viel damit.
00:10:32: Wie bewerten sie denn Juckkreuz und welche Gedanken kommen dann im Kopf, wenn es juckt?
00:10:37: Und wie sehen Sie Ihre Haut?
00:10:40: Am Anfang sind da viele entwertende negative Gedanken dabei.
00:10:45: Juck Kreuz hat mein Leben zerstört und das wird niemals besser werden.
00:10:49: Ich muss mich schämen für mein Aussehen.
00:10:52: Ich bin selbst schuld, dass ich so aussehe ... Also wirklich sehr extreme Gedanken einfach auch die natürlich zu entsprechenden Gefühlen auch führen ja also zur Frustration, zu Angst, zu Ärger und die negativen Gefühle wiederumführen.
00:11:09: dazu das der Joghreiz wieder stärker wird Und ich versuche es mit den Patienten in meiner Sprechstunde immer ein bisschen auch anzuschauen.
00:11:20: Was wäre denn, wenn man ein bisschen anders über den Joghreiz oder die Hauterkrankung denkt?
00:11:27: Also gerade so eine chronische Hauterkrankung wie die Neurodermitis.
00:11:30: Die wird leidetbetroffener ja eigentlich ihr ganzes Leben und die sagen einen Leben lang muss sich cremen schon seit ich Kind bin.
00:11:38: Das gehört irgendwie so'n Stück für mich dazu Und da eigentlich eher so'nen liebevolleren Umgang mit der Haut zu finden.
00:11:49: Ja, es ist ein Selbstmitgefühl zu kommen.
00:11:52: Also sozusagen ... ja, dass dieses Einkremen einfach in der Form der Fürsorge ist und kein lästiges Tudu was ich jetzt halt machen muss und was mich ankotzt das ich jetzt schon wieder irgendwie um ... sechs Uhr morgens aufstehen muss, um noch eine Stunde mich mit Hauptpflege zu beschäftigen.
00:12:10: Sondern sagen ja das nehme ich mir als meine Zeit und das Eingrehmen ist irgendwie ein Stück weit auch Körperkontakt und mich berühren Und das ist was es mir vielleicht auch gut tut.
00:12:22: Ja und es gibt auch Studien die zeigen dass also der sensorische Druck auf der Haut egal ob wir uns umarmt werden oder wie uns selbst umarmen auch etwas Beruhigendes haben können dieses Eingremeln dann vielleicht so gut es geht.
00:12:38: Das ist auch natürlich nicht immer so, aber da vielleicht zu sagen ja ich mach das weil mir meine Haut und meine Gesundheit wichtig sind und ich weiß dass wenn ich das mache, dann wird's auch besser mit dem Joghreiz und ich hab Möglichkeiten den Jogheiz ein Stück weit in Schacht zu halten und wenns auch nur mal für eine Stunde ist und vielleicht auch den Juggereits eben als so eine Art Signal zu sehen, dass was gerade nicht gut ist in meinem Leben.
00:13:11: Dass ich vielleicht auch tatsächlich gestresst bin momentan oder mich etwas sehr beschäftigt und ... Oder auch die Hauterkrankungen, wir sind in der Neurodermitis wie ich es vorhin auch mal angeführt hatte wo's grade in stressigen Zeiten vermehrt so schüben kommt.
00:13:28: Das Betroffene da auch im stückweiten Ansatz finden zu sagen ah das ist wie mein Ja, mein Frühwandssignal oder ... Meistens ist es kein Frühwansignal mehr.
00:13:37: Es ist eher fünf nach zwölf als fünf vor zwölft.
00:13:40: Einfach so ein Signal für mich, ich muss wieder etwas mehr auf mich gucken und vielleicht auch zum Punkt zu kommen, wenn man sagt, danke, dass du mich mal wieder wach gerötet hast.
00:13:52: Ich bin wieder viel zu häufig über meine Grenze gegangen.
00:13:57: Das Konzept kommt mir sehr bekannt vor aus der Skin Picking Therapie.
00:14:00: habe ich in meinen Folien von der Gruppentherapie auch so eine kleine Warnleuchte, wo sozusagen auch das Bild genau dasselbe ist.
00:14:10: Nämlich wenn es da drang so stark wird, dass das immer auch ein Zeichen ist mal zu gucken hey wo ist denn da gerade was in Schieflage?
00:14:17: Welches Bedürfnis ist da grade nicht erfüllt?
00:14:19: Wo ist es da aus dem Gleichgewicht geraten?
00:14:22: Ich finde das ganz spannend.
00:14:25: also... Das war ja eben auch ein Ein Grund, wo ich dachte, da könnte doch ein Podcast Interview irgendwie ganz sinnvoll sein.
00:14:31: Als ich deinen Vortrag auf dem Symposium in Basel gehört habe und gedacht hab hey das ist schon sehr ähnlich was jetzt nicht besonders überraschend ist weil bei beidem geht es irgendwie ums Kratzen.
00:14:43: der Anlass ist ein bisschen unterschiedlich aber dennoch ist es von denen von den Mechanismen her einfach sehr sehr ähnlich ob es jetzt um eine Hauterkrankung geht, die da zur Grunde liegt.
00:14:56: Beziehungsweise ein Grund für einen Mucralz oder ob da initial jetzt vielleicht keine dermatologische Erkrankungen waren und das verhalten sich trotzdem so zum Skin Picking verselbstständigt hat.
00:15:05: Ja bei dem was du gerade so am Anfang gesagt hast dachte ich mir auch, da stelle ich doch gleich mal irgendwie auch ne ganz einfache Frage, die wahrscheinlich sowohl auf einem Selbsthilfe-Ratgeberbuch stehen würde nämlich dieses Geh wie gelingt es denn?
00:15:21: Frieden mit der Haut zu schließen.
00:15:23: Weil ich stelle mir vor, wenn diese Patienten einfach so lange Zeit, so lange viele Jahre hinter sich haben wo die Haut immer so der Feind war also wo die Haut mit dem Juckkreis und den Hauterkrankungen immer so dieses eine Problem war was das Leben viel auch sehr erschwert hat wie kann es da gelingen nach so vielen Jahren zu sagen hey
00:15:47: ja
00:15:47: ich gucke doch da mal ein bisschen liebevoller drauf Wie, wie arbeitest du daran mit deinen Patientinnen?
00:15:54: Es ist immer einfacher gesagt als Getarner.
00:15:57: Ich schaue jetzt einfach meine Haut von morgen an und schau ich die Liebe voller an.
00:16:01: Das ist natürlich schon auch ein Prozess da geht nicht von heute auf morgen.
00:16:07: Da sind doch viele Zwischenschritte nötig.
00:16:10: Ich glaube zum einen das ist natürlich erstmal wichtig mit den Betroffenen sich hinzusetzen diesen Zusammenhang zwischen der Haut und der Psyche noch mal so genau zu erklären.
00:16:24: Weil viele haben so ein Halbwissen und sagen, ja also ich habe es auch gemerkt im Alltag wenn nicht mehr gestresst bin dann juckt's auch mehr und so.
00:16:33: aber viele haben halt einfach wirklich die Sorge dass ist das hier so als Dass es psychisch abgestempelt wird und dass sie sich das einbilden.
00:16:42: Und es kann einfach schon mal eine enorme Entlastung sein, wenn man den Betroffenen einfach das nochmal ganz genau erklärt.
00:16:48: Es gibt so ein schönes Bild von dieser Hauthirn-Achse.
00:16:53: Im Englischen Brain Skin Axis wo man einfach noch einmal ganz gut sehen können wie ... wie die Haut und die Psyche, bis wir das Gehirn in Wechselbeziehung stehen.
00:17:04: Und dass sie sich einfach gegenseitig beeinflussen.
00:17:08: Dass man eben um die Hauterkrankungen in den Griff zu bekommen, eben auch gucken muss, wie es einem psychisch geht, wie man da im Gleichgewicht ist.
00:17:22: Es gibt glaube ich ... Mit der Hauterkrankung ist es, glaub ich, ähnlich wie mit vielen anderen Bereichen die den Körper betreffen.
00:17:30: Zum Beispiel auch bei den Erststörungen oder der Körperdismorphenstörung.
00:17:36: Also irgendwie auch erst mal vielleicht ... Ich lass die Patienten oft auch mal den Juckreiz aufmalen oder die Gefühle aufschreiben, die mit dem Juckkreis dann verbunden sind Und auch die ganzen Gedanken, die dazugehören.
00:17:56: Die so abwertend sind.
00:17:58: und lass sie das manchmal mal laut vorlesen oder ich lese es ihnen dann selber mal vor was Sie da geschrieben haben zu sich unter Haut.
00:18:07: Das kann man sehr emotional werden wenn die einfach mal so lesen und gespiegelt bekommen wie gemeint sie sich selbst gegenüber eigentlich sind und wie stark diese Gedanken und Vorstellungen oder Bewertungen einfach den Selbstwert beeinflussen und beeinträchtigen.
00:18:29: Und deswegen ist auch die Arbeit am Selbstwert ganz generell was wichtiges, weil gerade wenn Hauterkrankungen schon so lange da sind sei das ein sichtbare Hauterkranken eben wie eine Neurodermitis oder eine Schuppenflechte oder auch ne Acne her Wir richten viele einfach auch schon von Ausgrenzungen, Mobbing sehr früh.
00:18:50: Die prägen natürlich und die sind nicht unbedingt förderlich was uns im Selbstwert angeht und da einfach nochmal hinzuschauen und zu sagen okay was mag ich denn an mir?
00:19:01: Jetzt wenn man die Hauterkrankung mal gleich zur Seite nimmt das ist dann trotzdem schön an mir.
00:19:07: ja also die Hauterkrankung Ich bin ja nicht ich, sondern die Hauterkrankung ist ein Teil von mir.
00:19:11: Aber sie definiert mich nicht.
00:19:15: Wenn man schon so lange mit dieser Hauterkrankung lebt, dann ist es wie einen Teil der Identität und man kann das gar nicht mehr vom Rest trennen.
00:19:24: Dann ist meine Hauterkrankung ekelig, sondern ich bin ekelig.
00:19:28: Wir werden sich als Person ab und können das nicht mehr unterscheiden.
00:19:33: Da ist es wichtig noch mal anzuschauen was macht mich denn?
00:19:38: trotz allem irgendwie attraktiv und wertvoll.
00:19:41: Und welche Rückmeldungen bekomme ich denn vom Außen, die mir gut tun?
00:19:46: Ja den Fokus einfach weglegen oder weglänken von den Exemen, die ich habe oder den Pickeln, die Ich hab.
00:19:56: Vielleicht könnte man es auch so sagen, dass das auch irgendwie in gewisser Weise ein Teilenmodell, also sich die unterschiedlichen Anteile anschauen eben auch in dieser Übung, die du gerade beschrieben hast.
00:20:11: Die Hauterkrankung oder die Haut?
00:20:14: Und dann aber auch einfach zu gucken, was ist denn da noch?
00:20:17: Wer bin ich noch?
00:20:18: Was gehört noch zu mir außer dass ich jetzt vielleicht neun oder mittels Patientin bin?
00:20:23: Ja und da gibt es ja auch ganz viele schöne Übungen aus dem Bereich der Akzeptanz- und Commitmentherapie bei sich in wie weit die so bekannt ist bei euch im Podcast.
00:20:35: Aber da geht's ja auch viel darum etwas anzunehmen, etwas zu akzeptieren.
00:20:39: Was ich vielleicht nicht verändern kann und da versuchen den liebevollen Umgang damit zu finden.
00:20:46: Also was ich zum Beispiel sehr häufig einsetze ist diese Übung dem Monster am Wegesrand.
00:20:52: Ich weiß nicht, ob du das kennst aus der Eckt?
00:20:55: Ja, ja, ich kenne die Übung für mich auch nicht sicher.
00:20:59: also wir haben auf jeden Fall mal Johanna Schriefer zusammen eine Folge zum Thema Ende gemacht hier im Podcast.
00:21:05: Die ist hier drin.
00:21:06: Da hat sie auch einigen Metaphern beschrieben, weil ich bin mir nicht sicher, ob die dabei war.
00:21:11: Kannst du sie gerne noch mal reinbringen?
00:21:13: Schade, glaub ich nichts!
00:21:14: Ja also ... Das ist eigentlich so eine Abbildung.
00:21:18: da steht ein Männchen mit seinem Wandersack und das möchte er eigentlich gerne auf die Insel oder auf die schöne Landschaft im Hintergrund sind.
00:21:28: Und dann scheint die Sonne und der Strand um das in Palmen und es ist irgendwie so ein positiv besetzte Umgebung.
00:21:35: Und auf diesem Weg Richtung dieses Paradieses, da steht so ein Monster.
00:21:41: Das baut sich da auf und es ist viel größer als das Männchen.
00:21:45: Es ist groß und behaart und sieht bedrohlich aus.
00:21:50: Das zeigt eigentlich mit dem Finger in die andere Richtung.
00:21:55: Am Ende von diesem anderen Weg auf dieses Monster zeigt ... düstere, kage Landschaft mit Vulkanen.
00:22:04: Und da ist irgendwie nix wirklich ansprechend.
00:22:07: und dieses ... Ja, manchen will der eigentlich nicht hin aber das Monster steht da im Weg.
00:22:14: Ich frag die Patienten dann so ja, wofür steht dieses Monster bei ihnen?
00:22:22: Also was steht zwischen ihnen dieser Urlaubsinsel oder diesem schönen Umgebung, wo sie sein möchten.
00:22:31: Da sagen viele ja, das ist die Hauterkrankungen und der Juckreiz.
00:22:37: Dann gucken wir uns gemeinsam an, was könnte man mit dem Monster machen?
00:22:41: Kann man es bekämpfen, kann man es austricksen ... Ja, nichts dergleichen hilft.
00:22:47: Das ist Monster bleibt einfach dastehen und ist unbesiegbar.
00:22:52: Und genau da ist immer so ein bisschen die Frage wie kann man Trotz allem, wie kann das gelingen?
00:22:59: Dass man trotzdem dass da das Monster auf dem Weg steht den Weg in diese schöne Landschaft findet.
00:23:05: und auf diesem zweiten Bild was man dann sich anschauen kann sieht man eben dieses Männchen.
00:23:12: Bollerwagen hinter sich herzieht und da setzt dieses Monster drauf.
00:23:16: Das ist natürlich alles andere als begeistert, dass es dahinten draufgepackt wird.
00:23:21: Aber er macht halt ein Stück weit mit oder ergibt sich seinem Schicksal.
00:23:26: Und das Männchen hat einen beschwerlicheren Weg, weil's das Monster noch im Gepäck hat.
00:23:31: Es ist anstrengend zu ziehen aber es kommt zumindest vorwärts.
00:23:36: Und was in einem schönes Detail auf diesem Bild noch ... worauf ich die Patienten aufmerksam mache ist, dass dieses Monster eben in diesem Bollerwagen auf einem weichen Kissen sitzt.
00:23:48: Also sozusagen wie es wird trotzdem Sorge getragen und das ist dem Monster auch wenn man's eigentlich nicht dabei haben will, trotzdem irgendwie halbwegs gut geht.
00:23:59: Und jetzt, wenn man so beschreibt klingt das irgendwie sehr rational aber viel auslöst in den Patienten, weil sie doch irgendwie merken, vielleicht kann ich trotzdem dass es diese Hauterkrankung gibt oder diesen Juckreiz.
00:24:19: Trotzdem diese Erkrankung mit auf dem Weg nehmen aber das sie mir nicht mehr im Weg steht sondern ich sage okay trotzdem dass ich's hab, kann ich meinen Weg gehen auch wenn er beschwerlicher ist und auch wenn ichs lieber ohne hätte.
00:24:33: Aber die Alternative wäre eben Trostlose, karge Umgebung gehen muss.
00:24:41: Alleine, wo es mir einfach nicht gefällt und da habe ich so ein Stück weit die Wahl.
00:24:49: Die Wahl weiterzufahren, weiterzugehen in irgendeine Richtung oder halt auch vielleicht am Weg ist dran stehen zu bleiben und mit diesem Monster irgendwie zu kämpfen und zu sagen Ich will dich dass du da bist Aber ich bin halt da, ich will nicht, dass du da bist.
00:25:05: Auch darin zu bleiben.
00:25:06: und ich find's ganz schön dieses Bild im Bollerwagen so, das es bequem sitzt wo man sagt so na okay wenn du halt schon mitkommen musst dann da los setz dich da rein.
00:25:16: So ein bisschen krantig aber zu sagen dann gut ja hier da hast du's einigermaßen bequeme.
00:25:21: Also ein bisschen... Ja dem auch.
00:25:25: also was ich gerade so ausdrücken will so dieses Man nimmts natürlich nicht gerne mit So, es ist natürlich irgendwie nicht das was man gerne hätte.
00:25:35: Natürlich war es auch leichter in Bollewagen ohne Monster.
00:25:38: aber da ist man wieder bei diesem Akzeptanzpunkt.
00:25:42: wenn's nicht geht sagen dann hat man nur die Bewahl ob was mit auf den Weg nimmt oder ob man irgendwie stehen bleibt oder sich davon aufhalten lässt
00:25:50: Genau.
00:25:51: Und manchmal hat man ja auch Glück und das Monster steigt dann irgendwann aus, also es gibt ja schon auch ... Klar wir sprechen von chronischen Erkrankungen die manchmal ein Stück weit auch das Leben komplett begleiten.
00:26:02: aber wir haben ja Gott sei Dank auch Situationen wo der Juckreiz wirklich gut behandelt werden kann und er ist dann auch weg oder eine Hauterkrankung durch eine Spritzentherapie oder durch einfach Konsequente die dizinische Behandlung halt auch so gut in Schach gehalten wird, dass sie einfach nicht mehr stört.
00:26:22: Und das ist ja schon immer wichtig dann auch Hoffnung zu vermitteln und zu sagen Ja momentan es ist schwer und momentan müssen Sie da ein Stück weit mit leben oder das Monster mitnehmen.
00:26:34: aber das heißt nicht, dass es für immer so sein muss.
00:26:38: Es kann Ihnen jetzt keiner sagen Aber ja zu sagen es kann auch mal wieder gut sein Das ist ja diese Übung aus der Eckde, zählt ja oder ist eigentlich auch gemacht für die Akzeptanz von unangenehmen Gefühlen.
00:26:57: Wie die Angst zum Beispiel.
00:26:59: Ja, sagt okay das Gefühl fährt einfach ein Stück weit mit und das macht es vielleicht auch ein bisschen schwerer mit der Angst zum beispiel zu leben.
00:27:09: aber vielleicht ist die Angst auch irgendwann mal wieder weg.
00:27:12: Also jedes Gefühl kommt und geht, so kann das bei manchen Hauterkrankungen oder Juckreiz auch sein.
00:27:19: Dass der mal da ist, Teil des Lebensmal vorhanden ist.
00:27:25: Und es aber vielleicht auch in meiner Episode bleibt.
00:27:27: Dann hat man das vielleicht nicht mehr.
00:27:31: Aber kann man halt oft nicht hundert Prozent sagen oder versprechen?
00:27:36: Dass es so ist, die Hoffnung bleibt!
00:27:40: Ja, find ich noch mal einen ganz wichtigen Punkt.
00:27:42: Natürlich kann sich was verändern.
00:27:45: Ich mach das bei den Skin Picking-Patientinnen ähnlich, dass sie immer sagt ... Also diese Frage nach danach, ob sich's verändern kann ist oft so ein Jein!
00:27:56: Weil natürlich hat der Körper das lange gelernt beim Skin Packing oder es einfach sehr automatisiert schon, sodass das einfach etwas ist, wo man akzeptieren muss, dass das was ist, was der Körper gut gelernt hat und was deswegen auch hartnäckig ist oder lange bleibt, da immer mal wiederkommen kann.
00:28:14: Aber das bedeutet ja nicht dass man nichts daran ändern kann und wo es oft darum geht irgendwie also um die eine Akzeptanz im hier-und jetzt, also zu sagen okay es ist jetzt gerade da ich kann keinen Klopf drücken, dass das jetzt einfach automatisch sofort weggeht.
00:28:30: Also wie auch beim Juckkreis gibt es vielleicht nicht diese eine Behandlung die das jetzt tut die komplett weg macht so Was aber eher nicht bedeutet, dass es keine Besserung geben kann.
00:28:44: Eine Akzeptanz ist das nicht direkt wegzaubern zu können und trotzdem keine Resignation in dem Sinne, dass man sagt okay, es hilft sowieso nichts.
00:28:52: ich muss jetzt bis an mein Nebensende mitnehmen.
00:28:55: Aber für den Moment hab' ich's dann eben und für den moment muss ich irgendwie damit umgehen lernen.
00:29:01: Und das monstert vielleicht in den Bollerwagen packen.
00:29:04: Ja!
00:29:05: Ich finde auch das Thema Selbstwirksamkeit, auch ein ganz zentrales Thema in der Arbeit mit Joghreiz-Patienten oder Hauterkrankungen.
00:29:18: Ganz generell weil sie eben wie wir es ja schon gesagt haben am Anfang so einen massiven Kontrollverlust haben und das Gefühl haben okay es kann irgendwie nur über eine dermatologische Behandlung also folgen die Cremes Und die Tabletten, das muss wirken und wenn es nicht wirkt dann kann ich gar nichts selber tun.
00:29:37: Aber dass es ja auch darum geht nochmal gemeinsam zu gucken okay wo habe ich trotzdem ein Stück weit Möglichkeit den Joghreiz zu beeinflussen?
00:29:48: Ja zum Beispiel eben durch einen gesunden oder ausseglichen Lebensstil oder andere Strategien mit Stress adäquat umzugehen, meine Emotionen auf eine andere Weise zu regulieren als eben durchs Kratzen.
00:30:08: Sei es sich in Spannungstechniken oder Sportbewegungen.
00:30:14: Egal was es ist Ressourcen sind da eine ganz wichtige Sache und eben auch noch mal zu zeigen wenn man die Therapien konsequent durchführt kann das auch helfen dass die Haut besser wird.
00:30:28: Ja, dass sie einfach verstehen.
00:30:31: Auch wenn vielleicht gerade nicht hundert Prozent die Behandlung verfügbar ist, die mir jetzt den kompletten Joghreiz nehmen wird, kann ich trotzdem ein bisschen was dazu beitragen, dass der Joghrreiz vielleicht nicht auf einer acht von zehn ist sondern vielleicht auf einer sechs von zehn?
00:30:49: Das ist ja auch schon mal etwas.
00:30:51: und da einfach so'n Stück weit ... Kontroll erleben zu vermitteln in der Situation, die oft sehr hilflos macht.
00:31:01: Also dieses ja aus der Hilflosigkeit irgendwie rauszukommen und zu merken hey es gibt schon irgendwas womit ich das beeinflussen kann?
00:31:09: Und dieser Unterschied von der Acht zu Nörsechs bei Jürg-Kreiz kann mir vorstellen dass er schon auch ziemlich groß ist.
00:31:15: dann
00:31:16: Ja und sagen auch viele.
00:31:18: Viele sagen so, ich glaub schon gar nicht mehr, dass es gar nicht weggeht.
00:31:22: Aber wenn ich's irgendwann mal scharf auf eine Vier zu kommen ... Ja?
00:31:26: Dann ist das für mich ein Riesen-Gamechanger und eine Veränderung, deutliche Verbesserungen der Lebensqualität.
00:31:34: Und was ich einfach noch mal in dem Zusammenhang sagen will, zog auf Selbstwirksamkeit auch zu sagen, hey, wenns mir wirklich psychisch so schlecht geht, dass ich merke oder mir das jemand vielleicht auch mitteilt, dass ich möglicherweise doch eine depressive Störung entwickelt habe oder eine Angststörung oder was auch immer.
00:31:57: Dann wirklich auch zu sagen okay dann suche ich mir therapeutische Hilfe und nehme es ein Stück weit selbst in die Hand das eben die psychische Situation unter der ich leide und die kann ja wie gesagt auch ausgelöst sein durch externe Faktoren die dann einfach in der Therapie zu bearbeiten und damit vielleicht auch mir zu helfen, dass es mir langfristig besser gehen kann.
00:32:26: Ja, um das einfach ernstzunehmen.
00:32:27: also egal woher die psychische Belastung kommt ob jetzt durch den Juckreiz kommt oder sozusagen eigenständig ist wenn was anderem das auch einfach ernst nehmen zu dürfen.
00:32:38: Also egal, ob man jetzt denkt okay wegen so ein bisschen Juckreiz sozusagen also könnte man ja von außen sagen.
00:32:45: So juckreizen keinen Anlass in der Therapie zu gehen.
00:32:50: Aber wenn die Belastung so groß ist dann ist es allemal genug anlass
00:32:54: Ja und das auch anzuerkennen dass die belastung tatsächlich so hoch ist da.
00:32:58: und Viele sagen dann ja mir muss es ist mir geht's ja noch nicht so richtig schlecht ich funktioniere ja noch irgendwie im Alltag aber das ist halt oft auch gut ist, sich rechtzeitig Hilfe zu holen.
00:33:11: Und nicht dann, wenn man schon ganz tief drinsteckt ... Ist wichtig und klar, es ist nach wie vor Psychotherapie mit den gewissen Vorurteilen behaftet.
00:33:22: Man sagt irgendwie ja ich brauch doch jetzt kein Psychologen oder eine Psychotherapi.
00:33:31: aber ich glaube das ist so der Vorteil von unserer Juckreitsprechstunde dass wir dadurch, dass wir zu zweit diese Sprechstunde gestalten.
00:33:41: Und ich mit den Patienten auch schon ins Gespräch, die in so einem Art Erstkontakt herstellen und ihnen einfach noch mal vielleicht signalisieren, dass ich wahrgenommen habe, dass da doch sehr viele Belastungen da sind.
00:33:56: Dass wir jetzt in der Juckrett-Spreche natürlich nicht so viel Zeit haben das uns genau anzuschauen aber dass sich sie dann eben einlade nochmal zu mir ... in die separate ambulante psychosomatische Sprechstunde zu kommen.
00:34:08: Das nehmen viele dann sehr dankbar an, weil da ist schon sozusagen wie ein Fuß in der Tür oder es schon Gesicht Da und das ist dann einfacher zu sagen okay Dann komme ich noch mal zu ihnen für eine Stunde als wenn jetzt der Mathologin der Mathologe in der Praxis sagt naja Ich glaube sie bräuchten die Psychotherapie nicht nur einfach der Schritt das zu machen und das einfach mal in Anspruch zu nehmen, sondern es sind ja oft dann auch ... Administrative oder organisatorische Hürden zu nehmen.
00:34:41: Also dass man sich dann selber bei jemandem suchen muss, geschweige denn auch mal jemanden finden muss.
00:34:46: Das ist ja auch die Situation, die Versorgungssituation ja echt auch schwierig, ne?
00:34:53: Dass da nicht jeder direkten Therapieplatz bekommt.
00:34:56: Und wenn dann halt da keine Unterstützung da ist, dann suchen sich die Betroffenen das meistens wirklich erst, wenn sie wirklich oft schon tief drin stecken und selbst dann müssen sehr auf den hohen Arte warten.
00:35:11: Ja, das ist natürlich wirklich themal, wenn Patienten direkt schon bei einem körperlichen Thema erwischt also ein bisschen gut ausgedruckt aber so dieses Menschen tun sich auch leichter wegen einer körperlichem Angelegenheit zur Behandlung zu gehen oder Hilfe zu suchen.
00:35:32: Und wenn das direkt eben auch verbunden ist und dann keine administrative Hürde mehr dazwischen ist, auch den psychischen Aspekt anzuschauen?
00:35:42: So sollte es sein!
00:35:45: Das ist einfach ein super Setup was ihr da habt.
00:35:49: Ja und trotz allem ist es so dass ich... mir das wünschen würde, dass es einfach auch trotzdem, dass in der dermatologischen Praxis auf die Zeit fehlt und vielleicht auch ein bisschen des Hintergrundwissen fehlt.
00:36:06: Patienten da aufmerksam drauf zu machen, dass da möglicherweise doch eine psychische Belastung da ist und es vielleicht dann auch psychotherapeutisch oder psychosomatische Unterstützung braucht.
00:36:18: Dass die dermatologen-dermatologen da aufmärksamer sind, weil wir wissen, dass psychische Erkrankungen bei Haut ... Hautpatientinnen und Patienten halt schon auch geholft vorkommen.
00:36:31: Und das ist ja das, was du hattest vorhin die psychosomatische Leitlinie für Dermatologie vorgestellt, die gerade am entstehen ist.
00:36:42: Ja, wo auch noch mal immer wieder bei den einzelnen Subkapiteln, die da geschrieben werden ... formuliert wird, dass es wichtig ist, dass Dermatologinnen und Dermatalogen auch in der niedergelassenen Praxis im Idealfall auf psychische Erkrankungen screenen.
00:37:02: Also sozusagen ja so einfach wichtige Fragen stellen die vielleicht einen Hinweis darauf geben können das da vielleicht eine psychische Belastung da ist Und dann entsprechend vielleicht auch was aufgleisen können und dadurch indirekt natürlich auch die dermatologische Behandlung unterstützen, weil wenn es der Psyche gut geht dann kann's auch der Haut wieder gut gehen.
00:37:29: Ja das rechnet dieser und ähnliche Sätze.
00:37:33: also was die Screenings angeht, die irgendwie auch in Aspraxen gemacht werden sollten, der Dermatologie gemacht werden sollte.
00:37:42: Das steht sehr häufig in der Leitlinie, aber auch aus gutem Grund.
00:37:48: Genau Wir sind so ein bisschen abgedriftet in Richtung Versorgungssituation.
00:37:52: Das passiert immer schnell,
00:37:54: ist ja auch so wichtig.
00:37:56: Genau, das beeinflusst natürlich auch einfach das Gesamt... Also wie Behandlung einem aussehen kann?
00:38:03: Dass selbst den Rahmen und da kommt man immer wieder darauf zurück.
00:38:06: aber lass es uns doch vielleicht jetzt zum Abschluss hin weil wir sprechen die auch schon eine ganze Weile nochmal ein bisschen kleiner machen nämlich so wenn sie fragen okay was kann man denn selbst tun wenn man unter Juckreiz leidet?
00:38:18: Und wofür braucht's aber dann vielleicht auch professionelle Hilfe?
00:38:21: Also du hast schon so ein bisschen das gesagt, wo man dann merkt okay da wäre es schon gut sich professionell Hilfe zu suchen.
00:38:27: Aber vielleicht auch noch mal zu diesem Punkt ok was kann man... Wo würdest du sagen kann man noch selbst etwas tun?
00:38:32: oder was gibt es vielleicht auf was man ganz konkret selbst tun kann wenn man mit Joghreitz ja unter Jogheiz leidet
00:38:39: Ja.
00:38:41: also Klar, dass was viele Patientinnen und Patienten immer wieder gehört bekommen ist natürlich schon das A&O.
00:38:49: Ist einfach das Kremen die Therapien auch umzusetzen Auch wenn es nervt, auch wenn es anstrengend ist.
00:38:56: Aber aus unserer Erfahrung sind Cremes schon immer zumindest eine sehr gute Basis.
00:39:03: Das heißt so die dermatologischen Therapie so gut es geht eben auch um zu setzen aber eben dann in Bezug auf den psychischen Aspekt einfach einen Ausgleich zu schaffen, sich bewusstzumachen.
00:39:18: Dass Juckreiz verstärkt wird durch den Stress also an sich wirklich vielleicht auch mal hinzusetzen und überlegen wo sind meine Stress Trigger was ist gerade los in der Arbeit oder privat?
00:39:31: Wo kann ich mir Freiräume schaffen um einfach auch mal Zeit für mich zu haben Sport oder Bewegung, Entspannung rauszugehen sich abzulenken.
00:39:45: Also es sind eigentlich gar nicht so spezifische Strategien oder Techniken, Aktivitäten bezog auf Hauterkrankungen sondern ganz generell was wir halt in der Psychosomatik empfehlen einfach wirklich... auf seine Ressourcen zu achten, den guten Balance zu finden zwischen aktiv zu sein und sich aber trotzdem auch hohe Inseln zu schaffen.
00:40:15: Und das Wichtige ist einfach auch nicht zurückzuziehen aus welchen Gründen auch immer wenn man sich für die Hauterkrankung schämt oder weil ... Man einfach zu erschöpft oder zu müde ist für Sozialkontakte, sondern wirklich auch unter die Menschen zu gehen.
00:40:31: Weil Ablenkung hilft auch beim Juckreiz.
00:40:35: also unser Gehirn hat nur eine begrenzte Menge an Kapazität zur Verfügung und wenn diese Kapazitäten wie abgezapft werden weil wir gerade mit vielen anderen Dingen beschäftigt sind uns ablenken dann dann juckt es auch weniger.
00:40:52: Das ist ja auch das, was viele Betroffene beschreiben, dass wenn sie unter dem Tag abgelenkt sind, dass es dann auch tatsächlich weniger juckt.
00:41:02: Aber den Stress in irgendeiner Form zu reduzieren wie das immer aussieht oder ohne Psychotherapie mit Sportbewegung soziale Kontakte und Hobbys ist glaube ich so die Basis von... von allem, was möglicherweise sich dann auch im körperlichen Leiden ausdrucken kann.
00:41:28: Also sozusagen auch mal wieder die Basics wo man sich manchmal so ein bisschen doof vorkommt wenn man die so betont weil...
00:41:37: Ja, die Grundbedürfnisse also das ist wirklich etwas ganz Basales aber wirklich zu gucken ausreichend zu schlafen ausgewogen zu ernähren, auch viel zu trinken.
00:41:49: Weil eben gerade wenn man eine Hauterkrankung hat wie ein Dorodamitis trocknet die Haut einfach sehr schnell aus.
00:41:56: Wenn sich der Körper trocknt aus weil die Haut Barriere nicht mehr so gut vorhanden ist und uns schützt voraus trocken.
00:42:05: Also wirklich dieses Trinken ja?
00:42:08: Und die Bewegungen und die sozialen Kontakte das sind so ganz... Ganz basale Sachen, die wir aber teilweise im Alltag in unserem stressigen Alltag vergessen.
00:42:17: Und ja... Die einen sehr großen Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden haben gerade der Schlaf.
00:42:26: Das ist ja immer ein ganz zentrales Thema bei uns in der Joghreitsprechstunde weil einfach der Schlaf so massiv gestört ist oft durch den Jogheids-Patienten und Patienten.
00:42:39: Wenn man schon mal eine Nacht schlecht geschlafen hat dann ist es einfach auch so, dass der nächste Tag einfach schwieriger zu bewältigen ist und man eben dünn heutige Essen maßens hin hat das Wortes.
00:42:52: Ja da sind wir wieder bei den Beschreibungen wo's die Haut angeht, die wirklich allgegenwärtig sind.
00:42:59: Da reizpatte ich uns weiter.
00:43:01: Das sind die Basics mal wieder!
00:43:05: Umbefriedigen, dass man für manche auch ist.
00:43:07: Ja,
00:43:07: genau.
00:43:08: Ich brauche noch mehr Hands-on.
00:43:09: was kann ich tun?
00:43:11: Aber es fällt immer wieder auf die gleichen Sachen zurück, die nicht ohne Grund als unsere Grundbedürfnisse definiert werden weil das die Basis von ALMS war.
00:43:23: natürlich nicht heißt, dass andere Sachen auch hilfreich sind aber das sind so die Sachen die oft noch am einfachsten Anführungszeichen umzusetzen sind
00:43:33: Ja, beziehungsweise.
00:43:37: Ich weiß nicht ob es dir zustimmen würde am einfachsten umzusetzen aber vielleicht so theoretisch am leichtesten zugänglich.
00:43:43: genau das meine ich also dass man eine Flasche Wasser in die Hand nimmt.
00:43:48: Also es ist so es ist greifbar sozusagen.
00:43:50: ja genau es ist es greif bar und trotzdem sind das natürlich auch alles so Riesenthemen als soziale Kontakte Schlaf Ernährung Umgang mit Stress, das betrifft ja sozusagen die ganze Lebensgestaltung.
00:44:06: Und das finde ich eben auch immer wieder, wie du gerade gesagt hast, dass das unbefriedigend sein mag und manche Patienten ändern.
00:44:14: Das ist es ja auch so zu sagen weil... Also das kenne ich auch bei uns aus der Sprechstunde, dass natürlich schon die Hoffnung ist, dass wir so einen Spezialwissen haben.
00:44:23: So ein geheimen Tipp sozusagen, wie man das jetzt gut tut einfach in den Griff bekommt.
00:44:28: Aber das sind eben auch alles Themen,
00:44:30: die
00:44:31: eingebettet sind so in die ganze Lebensgestaltung und wo irgendwie auch die Lebensgestaltungen ein bisschen an Bord muss um da tatsächlich auch zu einer Veränderung zu kommen.
00:44:43: Das ist das wieder mit denen... Also dass es irgendwie gut ist, dass man so viele Ansatzpunkte hat und dass das gleichzeitig aber natürlich auch mühsam ist wenn man in so vielen Bereichen gleichzeitig irgendwas dafür tun kann, aber irgendwie auch tun muss damit sich was verändert.
00:45:01: Absolut und das ist so anstrengend und es ist ... Es ist auch unfair.
00:45:07: also ich hab auch mit den Patienten da sitzen und sagen es ist so gemein dass ich diese Erkrankung habe und dass ich jetzt mein Leben so ein Stück weit auch einschränken muss oder eben diese Therapien immer umsetzen muss oder in meiner Berufswahl vielleicht eingeschränkt bin während meine Mitkommilitoninnen einfach irgendeinen Wunschberuf ergreifen können oder sich nicht darüber Gedanken machen müssen, dass man jetzt morgen irgendwie zum Dermatologen gehen muss und wieder neue Cremes braucht.
00:45:43: Und ja, bestimmte Sachen einfach nicht machen kann.
00:45:48: Das ist schon einfach auch unfair!
00:45:50: Da gehört die Wut unter Frust dazu und es darf auch mal Raum haben, das ist einfach... nicht fair ist und das Leben einem da so gemein mitspielt.
00:46:02: Ja, also dass der Schmerz eben auch einfach mal da sein darf oder Schmerzen der Ärger die Wote irgendwie darüber, dass wir es auch mal Platz haben dürfen.
00:46:13: Absolut!
00:46:15: Okay vielleicht gehen wir noch ein kleines bisschen auf dem Überblicksebene zum Ende um auch nochmal ein bisschen Einblick zu geben was denn auch Ansatzpunkte sind für die Behandlung, weil es ist natürlich einfach das die Traum zu geben den Schmerz zu sehen.
00:46:34: Dass sie einen Platz haben mit diesem komplexen Thema irgendwie.
00:46:38: Das andere ist aber natürlich einfach dieses ganz konkret.
00:46:41: okay was macht man jetzt damit?
00:46:43: und vielleicht kannst du da noch einfach nochmal so ein bisschen überblick geben Wie denn jetzt eigentlich die Behandlung bei euch aussieht?
00:46:50: Also ein bisschen haben wir es natürlich schon thematisiert, aber was gehört denn so zur Behandlungen vom von gründlichen Juckreiz.
00:46:58: Ja also wie ich erwähnt Wir haben diese dieser spezialisierte Juck reizsprechstunde bei uns an der klinik Die durch den professor simon müller geleitet wird und die Patienten die dann zu uns geschickt werden die kommen eben in die Sprechstunde, die Füllenform vor der Konsultation noch eine ganze Reihe an verschiedensten Fragebögen aus.
00:47:21: Da geht es um den ganz konkreten Juckreiz und wie stark er ist, wie das sich anfühlt, zu welchen Tages- und Nachtzeiten er da ist, so wie lange er schon da ist
00:47:31: usw.,
00:47:31: wie starke die Lebensqualität auch einschränkt.
00:47:34: Aber wir haben auch eine ganze Reihe an psychologischen Fragebürgen zur Depression, zur Angst, zur desomatischen ... oder körperlichen Belastungen, die durch den Joghreiz entsteht.
00:47:46: Und das füllen die Patienten im Wartepereich aus auf so einem Tablet und wir bekommen in der Sprechstunde dann eigentlich wie eine Art Überblick schon wenn sie durch sind mit den Fragebögen und haben da als Behandelndes schon einen ganz guten Überblick ja wie stark die Belastung ist oder in welcher Form die Belasting auch besteht.
00:48:06: Und dann kommen die Betroffene zu uns in die Konsultation und die Dermatologin.
00:48:11: Der Dermatroge stellt erst mal eine ganze Reihe von Fragen, macht eine Anamnese also zur ganzen medizinischen Vorgeschichte und fragt auch nochmal ganz spezifisch nach was die Haut angeht.
00:48:23: schaut sich die Haut dann auch an?
00:48:27: Ich bin eben dabei bei der Konsultation und stell dann auch noch eine ganze Reihe an Fragen, was die Patientinnen und Patienten so bemerkt haben.
00:48:35: Wie der Stress je im psychischen Wohlbefinden beeinflusst, ob es anderen Stressfaktoren gibt, die vielleicht auch relevant sind oder für uns wichtig sind zu wissen, weil sie eben auch so Stichwort der Wind, der von der Seite reinbläßt, dass man das einfach nicht übersieht ... Und genau dann werden die nachdem, wenn die Patienten zum ersten Mal zu uns kommen, oft noch Blut-Tests gemacht.
00:48:59: Das ist Blutuntersuchungen gemacht und möglicherweise auch mal eine Hautbiopsy genommen.
00:49:05: Also das wird da möglicherweise ... also wie wir proben einfach entnehmen, die wir einschicken, wo wir vielleicht erste Hinweise bekommen.
00:49:15: Dann geht es darum, mal zu definieren, wie die Behandlung jetzt im ersten Schritt ... von Statten gehen soll.
00:49:22: Da gibt es auch internationale Behandlungsrichtlinien zum chronischen Juckreiz, also wie so ein Stufensystem wo man erstmal wirklich mit Cremes anfängt, guckt welche Crems helfen und vielleicht reicht das auch schon und im nächsten Schritt dann möglicherweise auch den Tabletten einsetzt, Antihistaminika
00:49:42: z.B.,
00:49:44: die den Juckres ... ja begrenzen können oder helfen können.
00:49:48: Oder eben auch andere Medikamente, die möglicherweise ... Wenn es eine neurologische Ursache hat der Juckreiz dann eher das Nervensystem beeinflussen oder ganz spezifische Therapien, Spritzentherapien.
00:50:05: die eben recht teuer sind und wo man dann frustrierenderweise immer erst mal alle anderen Stufen durchlaufen haben muss, meistens bis die Krankenkasse das grüne Licht gibt für diese teureren Therapien.
00:50:17: Das heißt, die Patienten kommen auch nicht nur einmal sondern die kommen meistens auch häufiger.
00:50:22: Meistens in Abständen von so drei Monaten dass wir eine Verlaufskontrolle machen ob es dann schon besser geworden ist.
00:50:34: das gefühl hat steckt vielleicht ein bisschen mehr dahinter die spitze des eisbergs oder patienten fühlt sich jetzt auch nicht wohl in dem setting über bestimmte lebensthemen zu sprechen.
00:50:46: dann hab ich eben noch die option oder biete ihnen an dass sie nochmal zu mir separat eine sprechstunde kommen wo wir.
00:50:54: Dann einfach noch mal gemeinsam schauen, wo kann ich unterstützen?
00:50:57: Bieten natürlich jetzt im Unispital nicht so das Engmarschige Setting an wie es in der psychotherapeutischen Praxis möglich wäre.
00:51:05: Aber zumindest schonmal ein erster Anlaufpunkt, wo man auch nochmal... über diese Zusammenhänge von Haut und Psyche spricht, wo man Entspannungsübungen zusammenmachen kann.
00:51:16: Wo es eben auch um einen selbstfühlsorglichen Umgang mit sich unter Erkrankung geht.
00:51:22: Möglicherweise unterstützt dabei ... Ja, wo kann ich sonst im Alltag noch Stress reduzieren?
00:51:29: Und wenn ich aber das Gefühl habe, okay, das geht schon eher Richtung ... wirklich klinisch relevanten Depression oder sonst psychischen Erkrankungen.
00:51:38: Oder es ist vielleicht auch ein Trauma im Hintergrund, was bisher noch nicht erkannt wurde.
00:51:42: Dann ist es tatsächlich auch so dass ich die Patientinnen und Patienten dann an niedergelassene Kolleginnen in der Praxis für eine Psychotherapie überweise.
00:51:53: Und wir haben natürlich den großen Vorteil, dass wir in der Abteilung für psychosomatik ein großes Team sind.
00:52:00: Wo wir auch Psychiaterinnen und Psychiata mit dabei haben die gegebenenfalls auch Medikamentöse schon helfen können einzustellen also möglicherweise auch mal einen Antidepressivum verschreiben wenn es das braucht.
00:52:14: Und gerade beim Thema Schlaf, das hatten wir jetzt ja immer wieder mal angerissen.
00:52:17: Das ist natürlich ein ganz großes Thema bei den Patienten und Patienten, dass die nicht schlafen können wegen des Joghreizes und dann sehr belastet sind und es auch zu so einem Teufelskreis wird, dass wir da dann hier und da auch mal einen Schlaf anstoßen, das Medikament geben meistens den Schlafanstoßen.
00:52:38: Es ist Antidepressivum zum Beispiel oder ein Antisteminikum was müde macht damit die Patienten einfach auch mal wirklich schlafen können.
00:52:47: Und natürlich müssen wir das immer ... Ja, schauen wir, dass es schon im Verhältnis ist, dass wir jetzt nicht jedem der nicht schlaven kann direkt einen Medikament geben, weil man kann ja ganz viel am Thema Schlaf selber optimieren.
00:53:00: Aber wenn's natürlich schon so lange besteht und eben so massiv eingeschränkt ist, dann braucht's manchmal auch eine Medikamenteuse Unterstützung, um ein bisschen den Druck rauszunehmen.
00:53:11: Ja, das ist ein ganzes Team was da dahinter steckt und es ist sehr schönes gemeinsames Arbeiten.
00:53:17: Und die Patientinnen-Patienten schätzen es auch weil's halt doch etwas ist, was nicht so häufig gibt.
00:53:24: Wir sind natürlich immer bestrebt die Behandlung von Patienten mit chronischen Hygiene zu verbessern und zur Forschung beizutragen dabei eben auch so eine Art Juckreizregister aufzubauen für die Schweiz.
00:53:39: Also, wo Patientinnen und Patienten mit Grundschirme Juckkreis wie ein Sonnet in dem Einverständnis dann ja in so einer Datenbank aufgenommen werden?
00:53:46: Und wir eben die Daten von vielen Patienten und Patienten dann sammeln können und da dann möglicherweise eben eine vielseitige umfangreiche Datenbank hat, die uns dann auch Erkenntnisse vielleicht liefert, eben auch perspektivisch die Behandlung von Brunnischen Juckreiz verbessern kann.
00:54:07: Was für ein schönes Schlusswort, fast schon!
00:54:11: Das ist sehr schön.
00:54:12: Ja, großartig wenn es dann natürlich auch noch auf Forschungsebene und auf Versorgungsebenen einfach nochmal Fortschritte gibt mit eurem sehr vorzeige Modell quasi was ihr bat.
00:54:24: Und ja danke auch nochmal, dass du nochmal einen Überblick gegeben hast über diese unterschiedlichen Ja, Disziplinen die beteiligt sind und wo es eben auch einfach Sinn macht dass sie mit dabei sind.
00:54:35: Dass sie mit im Boot sind ist ein schönes Gegenmodell zu dem wie sonst in dieser eher parallelen oder isolierten Versorgung abläuft.
00:54:48: Genau ich glaube da war jetzt auch immer viel dabei für die Hörerinnen um ja selbst auch vielleicht einfach zu wissen.
00:54:53: das ist sozusagen wenn man nicht Wenn man das nicht so gut serviert bekommt wie bei euch, dann muss man ja als Patientin als Patient selbst Bescheid wissen.
00:55:03: Und selbst wissen okay wo gehe ich denn jetzt noch hin um mir diese andere Seite auch noch und dieser andere Seite abzuholen oder auch noch versorgen zu lassen?
00:55:13: Ich glaube auch dafür war dieser Überblick jetzt nochmal nochmal gut.
00:55:17: Vielleicht jetzt einfach noch zum Schluss die Frage an dich dass er vorhin auch schon mal viel durchgeklungen Hast.
00:55:23: du gesagt, das ist wie die Patienten leiden?
00:55:29: Das ist ein Eindruck.
00:55:29: Das sind schon auch Dinge, ja, die natürlich irgendwie auch bewegen, was mit einem machen, wenn man dieser Patientengruppe arbeiten und ... Ja, wo auch ganz viel Verständnis einfach da ist.
00:55:41: Und vielleicht gibt es noch etwas, was du betroffenen Personen gerne mitgeben würdest.
00:55:47: Diejenigen, die jetzt zuhören.
00:55:49: Was wäre dir vielleicht noch wichtig zu sagen?
00:55:54: Ja, ich glaube es ist einfach wichtig sich nochmal oder sich immer wieder bewusst zu machen dass Haut und Psyche sehr stark miteinander zusammenhängen.
00:56:05: Und das bloß weil vielleicht jemand ein Arzt in der Ärztin sagt kann möglicherweise auch psychische Ursachen haben oder psychosomatisch sein.
00:56:21: Das ist eben nicht bedeutet, dass man sich die Symptome einbildet oder dass man da irgendwie was vorspielt wie es so oft auch die Sorge ist, die dann von Betroffenen formuliert wird sondern das Psycho-Nervungssystem wirklich einfach eng miteinander verbunden sind und dass das Leiden real ist.
00:56:44: also egal, ob man jetzt was auf der Haut zieht oder eine Ursache findet oder nicht für den Juckreiz.
00:56:51: Der Juckkreiz ist da und er wird von den Patienten wahrgenommen und der ist belastend und der wirkt sich aus auf den Körper und die Psyche.
00:57:01: deswegen es ist wichtig dass man das sehr ernst nimmt und ja einfach nochmal auch zu sich selber sagen darf nein Den Juck Kreitz nehme ich war der belastet mich und er schränkt mich ein.
00:57:19: Und die muss ich Aufmerksamkeit
00:57:23: schenken.".
00:57:25: Das darf ich ernst nehmen?
00:57:26: Ja,
00:57:28: das darf ich Ernst nehmen ja.
00:57:31: Und ich darf mir dafür Hilfe nähen oder Hilfe suchen?
00:57:35: Ja.
00:57:38: Ja, sondern mal einen schönen Appell auch die eigene Belastung ernst zu nehmen.
00:57:48: Absolut!
00:57:51: Der Körper zeigt es uns häufig, wenn wir uns nicht ernst nehmen und dann ist es umso wichtiger auf unseren Körper zu hören und zu handeln.
00:58:07: Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen!
00:58:10: Das ist nicht ein sehr, sehr gutes Schlusswort.
00:58:14: Liebe Eva, ich danke dir für deine Zeit!
00:58:16: Wir haben eine ganze Weile gequatscht und es ist eine lange Podcastfolge geworden.
00:58:21: aber ich freue mich auch dass das Thema damit irgendwie auch Platz in den Podcast hier bekommen hat weil ich das wirklich eine sehr wichtige Arbeit finde und ein sehr schönes Setup was ihr da beschaffen habt.
00:58:32: und ja, ich habe vielen Dank fürs erzählen, fürs mitdenken, fürs teilen Und ja, vielen Dank für deine Arbeit in dem Bereich.
00:58:41: Ja, vielen dank auch meinerseits.
00:58:42: Es hat viel Spaß gemacht.
00:58:44: Vielen Dank für die Einladung und vielleicht gibt es noch mal eine Fortsetzung zu einem anderen Thema.
00:58:51: Ja!
00:58:52: Das ist ehrlich gesagt verlockend.
00:58:56: Also danke dir.
00:58:58: Danke auch bis dann.
00:59:04: Okay das war also jetzt das Interview zum Thema Konche Juckreiz.
00:59:09: Ich hoffe, es war hilfreich für euch.
00:59:10: Dass ihr viel mitnehmen konntet vielleicht das auch das eine oder andere Für euren Alltag im Umgang mit der sagen wir mal schwierigen Hautsituationen schwierigen haut Themen.
00:59:20: und ja Wir freuen uns natürlich über eure kommentare zu der folge.
00:59:25: Und wie immer freue ich mich natürlich auch über Rezensionen Bewertungen und anderweitigen support für den podcast.
00:59:32: Also schön dass ihr dabei wart hört gerne wieder rein und bis zum nächsten Mal.
00:59:36: Untertitel im Auftrag des ZDF.
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